Wer an Sylt denkt, der denkt oft an FKK und Nacktbaden. In den sechziger Jahren kam FKK vor allem in der Gegend von Kampen und Buhne 16 in Mode und so mancher Tourist hielt danach Ausschau, einen berühmten Schriftsteller oder Schauspieler nackt in den Dünen zu sehen. In den siebziger Jahren wurden getrennte FKK-Strände am Weststrand von Sylt eingeführt und heute gilt es in Sylt an jedem Strand als normal und völlig akzeptiert, topless oder auch ganz nackt in die Wellen zu springen...
Erste Ursprünge der Freikörperkultur (FKK) finden sich bereits im 18. Jahrhundert. Im Jahre 1898 wurde in Essen der erste FKK-Verein in Deutschland gegründet und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt FKK auch Einzug auf Sylt. Im Jahre 1920 wurde auf Sylt der erste offizielle Nacktbadestrand Deutschlands eröffnet. Der Naturismus oder auch Nudismus entspricht einer gewissen Lebenseinstellung. Es geht um das gemeinschaftliche Erleben der Nacktheit in der Natur ohne dabei das Bedürfnis nach Sexualität anzusprechen. Die Entstehung der Nacktkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist auch vor dem Hintergrund einer politischen und sozialen Liberalisierung dieser Zeit zu betrachten. Noch zu Zeiten des alten Kaiser-Reiches hatte es auf Sylt getrennte Badestrände für Männer und Frauen gegeben.
In der heutigen Zeit erregt öffentliche Nacktheit nicht mehr die Aufmerksamkeit vergangener Jahrzehnte. Nacktsein wird weitgehend ideologiefrei betrachtet und gilt besonders auf Sylt als normal und akzeptiert. Für viele Urlauber haben Nackbaden oder Nacktsonnen den ganz praktischen Grund, dass Badesachen einfach als störend empfunden werden oder dass diese beim Baden nicht naß werden sollen...