Die St. Severin Kirche der evangelischen Kirchengemeinde von Keitum ist die bekannteste und wohl unbestritten schönste Kirche von Sylt. Das Gotteshaus in romanischem Stil wurde aus rheinischem Tuff, Granit, Feldsteinen und Ziegelsteinen errichtet und bereits 1240 erstmals urkundlich erwähnt. Der 26m hohe Kirchturm im gotischen Stil wurde gegen 1450 fertiggestellt. Er diente für lange Zeit als Seezeichen und bis 1803 auch als Gefängnis.
Gottesdienste mit nur wenigen Besuchern mögen ein weitverbreitetes Phänomen sein in unserer heutigen Zeit - aber nicht in Keitum. Die St. Severin Kirche ist während der Gottesdienste von Pastor Traugott Giessen fast immer bis auf den letzten Platz gefüllt. Sehr häufig müssen sich Besucher mit einem Stehplatz gegnügen. Traugott Giessen ist weit über die Grenzen von Sylt hinaus bekannt. Viele Urlauber fahren regelmäßig nach Keitum um einer Predigt des Pastors oder einem der vielen Konzerte in der Kirche beizuwohnen...
Beeindruckend im Inneren der Kirche sind u.a. die Kanzel im Renaissance-Stil aus dem Jahre 1580, der Taufstein aus dem Jahre 1250 und die neue Orgel mit 46 Registern und insgesamt 3.145 Pfeifen, die im Jahre 1999 eingeweiht wurde. Die Orgel kostete ca. 800.000 Euro und konnte weitgehend mit Hilfe einer anonymen Spende finanziert werden. Auf dem Friedhof der St. Severin Kirche haben Sylter Familien vieler Generationen ihre letzte Ruhe gefunden - aber auch Persönlichkeiten wie u.a. Rudolf Augstein, CDU-Bundesminister Gerhard Schröder und Verleger Peter Suhrkamp.